Klingt nach einem süßen Mädl oder einer Süßspeise – Mädesüß ist allerdings eine sehr heilkräftige Pflanze, die ich vorstellen möchte.

Ich spreche hier vom Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria L.), einer Pflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaecea).

Woher stammt nun der Name: Früher wurden auch die sumpfigen Wiesen, auf denen Mädesüß wächst, gemäht. Wenn dann die Pflanze am Trocknen war, breitete sich über der „Mahd“ ein süßlicher Duft aus.

Eines der wichtigsten Heilkräuter bei Erkältung, Grippe und Kopfschmerz. Es enthält Salicylsäureverbindungen und wirkt daher als „natürliches Aspirin“. Wollen wir doch dem Körper lieber natürliche als synthetische Stoffe zuführen.

Wer eine beginnende Verkühlung in sich spürt, der greift am besten zu dieser Pflanze, in Form von Tee. Sie hilft uns zu schwitzen und das Fieber zu senken, wie auch die Schleimhäute zum Abschwellen zu bringen und nicht nur das, sie wirkt auch entzündungshemmend und schmerzstillend.

Ein praktischer Tip: bei Kopfschmerz können, ein zwei frische Blätter gekaut, innerhalb von 10 – 20 Minuten den Schmerz zum Verschwinden bringen. Probiert es aus!

Achtung: Reagiert man überempfindlich auf Salicylate, dann sollte von einer Anwendung abgesehen werden.

Hier noch ein paar Eckdaten:

Vorkommen: Feuchte Wiesen, Hochstaudenfluren, Fluss- und Bachufer

Merkmale: Aufrechte Staude bis 2 m Höhe. Blätter sind wechselständig, unpaarig gefiedert mit höchtens 5 Paaren von Fiederblättchen und Nebenblättern am Blattgrund. Unterseite kann weißfilzig sein. Gelblichweiße, duftende Blüten mit vielen Staubgefäßen in Rispen.

Geschmack: Duft und Geschmack nach Marzipan

Verwendeter Pflanzenteil: Blüten und junge Blätter

Wirkstoffe: Salicylsäureverbindungen, ätherisches Öl, Phenolglykoside (Monotropitin, Spiraein); bis 5% Flavonoide; ca. 20% Gerbstoffe;

Wirkungen: Schweiß- und harntreibend, entzündungshemmend, blutverdünnend, schmerzstillend.

Medizinische Anwendung: Zur unterstützenden Behandlung bei Erkältungskrankheiten; Schwitzkuren; „natürliches Aspirin“, auch gegen Kopfschmerz

Volksmedizin: Rheumatische Erkrankungen, Gicht, Erhöhung der Harnmenge

Homöopathie: Rheumatismus und Schleimhautentzündung

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Homöopathie

Teeherstellung: 1 TL getrocknete (oder auch frische) Blüten mit 150 ml siedendem Wasser übergießen, 4 Min. ziehen lassen, abseihen. Mehrmals täglich.

Müsli mit Mädesüß

In der Küche: zum Aromatisieren von Frucht- und Süßspeisen oder Getränken. Im Sommer, wenn ich am See bin, toppen frische Blüten mein Müsli und dieses dopt mich.

Signatur: Mädesüß wächst am liebsten auf frischen und feuchten Böden, hat cremeweiße Blüten und einen betörenden Duft. Alles Attribute, die sie nach der Einteilung des Arztes Paracelsus zu den Mondpflanzen, zählen lässt. Paracelsus stellte eine Verbindung zwischen Planeten und Pflanzen fest. Wir sprechen von der sogenannten Signaturenlehre. Wen es näher interessiert:  http://www.natura-naturans.de/artikel/pdf/signaturenlehre_2003.pdf